Üppige Fruchtbarkeit

Der Literarische Herbst beginnt in diesem Jahr als Literarische Nacht in Zusammenarbeit mit der Stadt Starnberg mit dem Thema "Üppige Fruchtbarkeit". Das ist eine Übersetzung des lateinischen "luxus", doch ist das Wort so schillernd vieldeutig wie das Phänomen, das es beschreibt. Die Amplitude der Bedeutung schwingt zwischen fröhlichem Überschwang und ungesundem Übermaß. Auf einem literarischen Spaziergang durch die Stadt mit den Stationen Coiffeur, Früchtehaus, Modegeschäft, Möbelhaus, Kunstgalerie und Bar wird dieses Thema ausgekostet. Die Sprecher lesen an den jeweiligen Orten aus Texten zum jeweiligen Objekt der Begierde. Den Anfang macht der Coiffeur, in dessen Spiegel Schönheit sich erkennen will.
Mit frisch gestärktem Selbstbewusstsein geht es weiter um den guten Geschmack im wahrsten Sinn des Wortes: der Luxus der guten, gesunden Nahrung bildet das Gegengewicht zum fast food.
Dem menschheitskonstituierenden Ausruf der Frau vor dem vollen Kleiderschrank: "Ich habe nichts zum Anziehen!" wird im Modegeschäft entgegengewirkt.
Zum vollständigen Glück fehlen jetzt noch die Möbel. Schlielßlich folgt das i-Tüpfelchen mit einem Besuch in der Galerie, mit Bildern des Malers Leo Putz aus der Zeit seines Brasilienaufenthalts, üppige Fruchtbarkeit pur.
Das luxuriöse Flanieren wird, weil man sich ja sonst nichts gönnt, in einer Bar beschlossen: mit einem Cocktail aus Musik, Texten und Getränken - am Flügel Veit Wiesler.

Kulturatelier Elisabeth Carr, Possenhofener Straße 19, 82319 Starnberg