Vergittertes Fenster

-> Vitae von Peter Weiß und Graham Waterhouse (PDF)

"Vergittertes Fenster" Novelle von Klaus Mann zum Tod König Ludwigs II

"So begreife Du mich, mein Gott - da ich mich von den Menschen verlassen finde! So nimm Du Dir die Mühe, in mein rastloses Herz zu schauen!"

Im Sommer 1937 lernte Klaus Mann in Budapest, kurz vor seinem ersten Drogenentzug, seinen Lebensgefährten, den Film- und Literaturkritiker Thomas Quinn Curtis, kennen, dem er im gleichen Jahr die Novelle Vergittertes Fenster widmete.
Vergittertes Fenster beleuchtet die letzten Lebensstunden des Königs, als er 1886 von den Ärzten entmündigt in Schloss Berg am Starnberger See festgehalten wird. Ludwig findet sich in einem Zimmer, dessen Fenster vergittert sind. In seiner Erinnerung werden noch einmal Momente von Glanz und Glück beschworen. Doch nicht seine große zeit steht im Mittelpunkt der Novelle, sondern das tragische Ende Ludwigs, das der Autor in Seelenverwandtschaft und einfühlsamer Sympathie als "eine Flucht ins Dunkel" beschreibt. Er habe absichtlich Ludwig II nicht als gelockten Märchenprinzen und pittoresken Lohengrin" dargestellt, wie ihn das Volk einst liebte, sondern als Gezeichneten und verlorenen, betonte Klaus Mann später.

Kulturatelier Elisabeth Carr, Possenhofener Straße 19, 82319 Starnberg