Maria Reiter

Das Akkordeon begann seine musikalische Karriere auf dem Tanzboden und mit gemütvollen Volksweisen aller Art. Bald aber strebte es sowohl auf das Konzertpodium hinauf, als auch in die Welt hinaus, indem es seine technischen Möglichkeiten mehr und mehr erweiterte.

Dieselbe Bewegung vollzog auch die Akkordeonistin Maria Reiter, die vom Trachtenverein und dem allseits beliebten „La Paloma“ und Ähnlichem ausgehend sich z.B. der mongolischen Weltmusik mit Urna Chachar Tugchi zuwandte und folgerichtig auch mit deren internationalem Ensemble auf Weltreise ging. Dasselbe Reiseziel verfolgte sie mit dem Figurentheater der „Puppet Players“, quasi einem „Welttheater en miniature“. Originellerweise scheint die Weltläufigkeit auch auf die Gesänge von Purcell oder Monteverdi zuzutreffen. Diese wurden mit der Akkordeonistin und den Sopranen Monika Lichtenegger und Beate von Hahn für die Opernfestspiele in München inszeniert. Die barocken Zwiegesänge funktionierten aber ebenso gut – nur schweißgebadet –  bei den Festspielen in Hue/Vietnam.

 Was wäre die Akkordeonistin ohne ihre Erzähler; seien sie Schauspieler, Sänger oder beides zusammen. Tourneen und viele schöne Einzelkonzerte erlebte sie mit Konstantin Wecker, mit Krista Posch, Rufus Beck, Petra Lamy, Nicole Beutler. Jahrzehntelanges Bühnenglück bescherte ihr Michael Heltau, selbiges Wolf Euba und und und … ein fixes Standbein hat sie in Wien als Mitglied der Wiener Theatermusiker.

Inspirierendster Instrumentallehrer war ihr der baskische Akkordeonist und Dirigent Enrique Ugarte.

Eine große Herzensangelegenheit ist ihr die Kammermusik.
Sie pflegt seit Jahren tiefe musikalische Freundschaften mit der Geigerin Esther Schöpf, ebenso mit dem Cellisten Heinrich Klug. Der Münchner Pianist, Komponist und Dirigent Rudi Spring war ihr musikalischer Wegweiser. Er brachte Ordnung in ihren musikalischen Bauchladen und komponierte für sie ca. 300 Minuten Akkordeonmusik (Solo, Vokal,- und Instrumentalkammermusik, sowie Bearbeitungen und Orchesterintegration). Mit ihm und der Hackbrettistin Marianne Kirch zusammen war sie im Trio „Cosi fan Tango“ Preisträgerin im intern. Kammermusikwettbewerb Düsseldorf 1995. Heute spielt das Hackbrett die Musikerin Elisabeth Seitz. Eine zweite Trioversion dieses Namens mit Violine statt Hackbrett existiert seit 2002, zunächst mit dem Wiener Konzertmeister Erich Höbarth, seit 2009 mit dem Münchner Konzertmeister Florian Sonnleitner.